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Aufgeschnappt

Ein guter Bekannter fragte gestern: „Was meinst du, woran denken die Leute, wenn sie die Wörter „Big Brother“ aufschnappen?

„Hm …“

„Egal, was fällt dir denn dazu ein?“

„Äh, ja, was …? Ach ja, meinst du vielleicht diese RTL-Container-Show, damals?“

Der Freund wirkte enttäuscht, was mich wiederum irritierte. Ich dachte: Was soll das?

Er, mein etwas ratloses Mienenspiel vor Augen: „Nicht noch was?“

„Na gut, in der Schule hatten wir doch den Orwell gelesen …“

„Bingo!“

„He?“

„Ziemlicher Treffer.“

„Wieso?“

„Ja, weißt du, einer meiner Mieter, so’n Student, ist so’n Typ, der viel im Internet rum macht. Den traf ich gestern beim Mülltonnen-Rausstellen. Und der fragte mich, woran ich bei „Big Brother“ denke.“

„Ja, und?“

„Ja, und dann hat der gegrinst und erzählt, da wär’n so’ne Leute, die Plagiate suchen, und da wär’ im Augenblick viel Stress –„

„Stress? Ja, und?“

„Ja, Stress, und die schmeißen da Leute raus, wenn die denen nicht passen - wie bei Big Brother. Mensch, musst du doch kennen, so was wie Guttenberg und so, bist doch ständig am Computer, oder kennste die nich’?“

(Hier kann das Erinnerungsprotokoll die Begebenheit verlassen. Ich habe es mal notiert, weil ich es interessant fand, wie so weit auseinander liegende Welten wie Internet und banaler Alltag sich in den Köpfen von Menschen begegnen.) Curtius 00:22, 4. Jan. 2012 (UTC)